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Natur pur im wilden Garten

wildgarten-beitragsbildHier zirpt es, dort summt es. Weiter hinten hört man ein geheimnisvolles Rascheln. Natur pur. Mit einem Wildgarten rückt ein Stück „unberührter“ Natur direkt in unmittelbare Nähe. Bezaubernde Wiesenblumen und kräftige Kräuter bilden ein Meer aus tausend Farben und Geschmäckern. Der naturnahe Garten verlangt ein gewisses Maß an Mut zur Wildnis. Lassen Sie die gewünschten Arten einfach einmal unangerührt wachsen. Aber wer sich traut, wird dauerhaft mit lieblichem Duft, geschäftigem Naturtreiben und jeder Menge Raum zum Träumen und Entdecken belohnt.

Abenteuer und Naturerleben für die ganze Familie

Der Wildgarten ist ein Naturparadies für Groß und Klein, vor allem, wenn Sie bei dessen Planung die ganze Familie einbeziehen. Während Sie sich von seiner bezaubernden Blütenpracht begeistern lassen, lieben Kinder das Spielen in versteckten Winkeln zwischen Sträuchern und Gehölz. Achten Sie darauf, dass Sie für Spielecken ungiftige Sträucher verwenden. Besonders viel Freude machen Sie Ihren Kindern, wenn Sie zur Abgrenzung Fruchtsträucher wie Brombeere oder Himbeere pflanzen. Als Krönung empfiehlt sich ein kuscheliger Unterschlupf, etwa eine Weidenhütte oder ein Baumhaus für spannende Abenteuer in der Wildnis. Lesen Sie bei uns, wie Sie selbst ein Baumhaus bauen.

Jeden Tag gibt es Neues in der vielfältigen Pflanzen- und Tierwelt eines Wildgartens zu entdecken. Außerdem können Sie einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz leisten. Das Konzept Wildgarten klingt eigentlich ganz einfach. Doch auch ein Naturgarten verlangt Planung und Kreativität, damit viele bunte Pflanzen und leckere Wildkräuter wachsen. Pflanzenarten, die sich sehr schnell vermehren oder solche, die nicht erwünscht sind, müssen entfernt werden.

Üppig bepflanzte Trockenmauer

Die Nischen der Trockenmauer bieten Pflanzen und Insekten aller Art einen wunderbaren Lebensraum.

Woraus besteht ein wilder Garten?

Ein naturnaher Garten setzt sich aus mehreren, sehr typischen Elementen zusammen: Wildblumen, Wildkräutern, Naturstein- beziehungsweise Trockenmauern, Nistplätzen und Insektenhotels sowie Teichen oder fließendem Gewässer.

Wasser und Stein

Mit Trocken- beziehungsweise Natursteinmauern unterteilen Sie Ihren Wildgarten sehr schmuckvoll. Dabei können Sie fantasievolle Hingucker, verschlungene Gartenwege und Kräuterspiralen gestalten. Die Steine werden ohne Mörtel aufeinander gelegt, die Fugen bleiben frei. Dadurch entstehen Nischen für Pflanzen und Insekten. Auch Wasser spielt in einem wilden Garten eine Rolle. Schwimmteiche oder Wasserspiele aus Naturmaterialien holen das Element ins heimische Grün. Mit einheimischen Pflanzen und den Flachwasserzonen bieten Sie Insekten und Kleintieren einen attraktiven Rastplatz oder Lebensraum.

Krabbelnde und flatternde Tierwelt

Insektenhotel

Natur im Kleinformat: Ein Insektenhotel.

In einem Wildgarten können Sie wunderbar beobachten, wie spannend der Alltag verschiedener Insekten ist. In einem Insektenhotel oder einer Nützlingswabe nisten zahlreiche Insekten und finden einen sicheren Unterschlupf im Winter. Durch den Nistplatz bekommen Sie tolle Einblicke in die Lebensweise der kleinen Gartenhelfer. Beobachten Sie mit Ihren Kindern das Krabbeln und fleißige Treiben von Wildbienen, Florfliegen oder Ohrwürmern und profitieren Sie gleichzeitig von ihnen. Florfliegen, Marienkäfer und Ohrwürmer schützen zum Beispiel Ihre Pflanzen, indem sie sich Blattläuse oder Raupen so richtig schmecken lassen. In einem sonnenbeschienenen Steingarten, in alten Baumstämmen und in aufgeschüttetem Geäst fühlen sich Krabbelkäfer und Co. am wohlsten.

Auch Vögel nehmen den Naturgarten gerne als Lebensraum an. In Totholzhecken oder alten Obstbäumen finden Sie Unterschlupf und bieten das ganze Jahr über ein fröhliches Schauspiel für Beobachter. Verfolgen Sie, was Rotkehlchen, Zaunkönig und Blaumeise den Tag über so treiben. In den kalten Jahreszeiten ist der wilde Garten ebenso interessant. Kleinsäuger richten sich in Totholzhecken, Reisigballen oder zusammengeharktem Laub Ihr Winterquartier ein. Was meinen Sie, wie spannend es ist, wenn eine Igelfamilie in Ihrem Garten ein- und ausgeht?

Die wilde Blumenwiese

Wildblumen und -gräser gehören zu den attraktivsten Teilen eines Naturgartens. Die zarten, duftenden Blüten sehen nicht nur entzückend aus, sondern bieten Vögeln einen sicheren Unterschlupf sowie Bienen und anderen Insekten einen gedeckten Tisch. Die Vielfalt an wild wachsenden Pflanzen ist groß: Löwenzahn, Gänseblümchen, Margeriten, Brennnessel, Kamille, Zittergras, Mäusegerste, Mohn- und Kornblume sind nur einige Beispiele. Die standortgerechte Verwendung von Wildpflanzen erspart Ihnen viel Gartenarbeit. Heimische Pflanzen werden üppig wachsen und mit ihrem Blumenmeer eine wahre Pracht für das Auge bieten. Eine Wildblumenwiese hat außerdem den Vorteil, dass Sie sie nicht düngen müssen.

Eine Blumenwiese anlegen

Blumenwiesen gedeihen auf eher mageren Böden. Auf sattem Mutterboden würden Sie von Gräsern überwuchert. Um Platz für Wildblumen zu schaffen, entfernen Sie das Gras mitsamt seinen Wurzeln. Tragen Sie eine wenige Zentimeter dicke Schicht des Mutterbodens ab und füllen Sie das Gartenstück dann mit Sand und Kies auf. So magern Sie Ihre Gartenerde etwas ab. Die Aussaat nehmen Sie von März bis Mai vor. Verteilen Sie die Samen gleichmäßig in der lockeren, krümeligen Erde. Anschließend harken Sie sie leicht ein und verdichten den Boden mit einer Walze. Wässern Sie den Gartenbereich und versorgen Sie ihn in den folgenden Wochen mit genügend Feuchtigkeit. So regen Sie das Pflanzenwachstum an und verkürzen die Wartezeit, bis sich ein blühendes Blumenmeer zeigt. Eine Wildblumenwiese sollten Sie so selten wie möglich betreten. Mähen Sie stattdessen kleine Pfade ein oder lassen Sie mittendrin ein Stück zum Sitzen frei. So genießen Sie die lieblich duftenden Blüten und das sommerliche Treiben der Insekten aus nächster Nähe.

Traumhafter Kräutergarten

Knackiger Frühlingssalat mit essbaren Blüten und Baguette-Stangen

Essbare Blüten wie Löwenzahn und Gänseblümchen sind ein Genuss für Auge und Gaumen.

Es gibt keine Unkräuter, nur Wildkräuter. Diese Einstellung eröffnet Ihnen ganz neue und vielfältige Geschmäcker. Mit den Pflanzen verfeinern Sie Salate, Aufstriche, Soßen oder Getränke. Passen Sie Ihren Kräutergarten an den natürlich-wilden Look der Umgebung mit einer verspielten Steinspirale an, in der „ganz nebenbei“ Kräuter wachsen. Eine Kräuterspirale eignet sich gut, wenn Ihnen im Garten nur wenig Platz zur Verfügung steht. Außerdem können Sie die Kräuter durch die erhöhte Lage besser ernten. Welche Gewächse Sie pflanzen, ist ganz Ihnen überlassen. Wildkräuter wie Brennnessel, Löwenzahn, Rauke, Brunnenkresse, Löffelkraut oder Wegerich-Arten passen nicht nur zum Konzept des Wildgartens, sondern bringen auch richtig Pep in Ihre Speisen. Aber Achtung: Einige Pflanzenarten – beispielsweise Giersch und Franzosenkraut – breiten sich rasant aus und überwuchern möglicherweise andere gewünschte Kräuter. Grenzen Sie die Gewächse in solchen Fällen mithilfe einer Wurzelsperre oder ähnlichen Mitteln ein.

Einen Kräutergarten anlegen

Fertigen Sie zunächst eine Skizze an. Die einzelnen Kräuter haben unterschiedliche Standortansprüche und viele vertragen keine direkte Sonne. Mediterrane Kräuter wie Thymian, Rosmarin oder Salbei lieben es hell und warm, Lungenkraut und Pfefferminze eher schattig. Ebenso unterschiedlich sind die Ansprüche an den Boden. Aus diesem Grund lohnt es sich mitunter, zwei Ecken für den Kräutergarten einzuplanen. Die Aussaat der meisten einjährigen Küchenkräuter nehmen Sie im Mai vor. Mehrjährige Kräuter werden etwa im September gesät. Halten Sie Küchenkräuter gleichmäßig feucht, bewahren Sie sie aber vor Staunässe. Wildkräuter benötigen weniger Pflege. Zupfen Sie ihnen regelmäßig die Triebspitzen für einen buschigeren Wuchs. Somit sparen Sie sich das Vermehren der Pflanzen. Außerdem schmecken die jungen Triebe durch Ihre milden Aromen vorzüglich.